Im Auftrag der Bürgergemeinde hat die Historikerin Silke Redolfi die Geschichte von Bever erforscht. Im Buch "Bever. Die Geschichte eines Engadiner Dorfes" ist nun erstmals nachzulesen, wie frühere Generationen im Dorf gelebt haben, wie sie wäh-rend vieler Jahrhunderte mit Naturgefahren wie Überschwemmungen oder Lawinen umgegangen sind und welches die Meilensteine der Ortsent-wicklung waren. Themen wie Politik, Alltagsge-schichte und wirtschaftliches Fortkommen werden im regionalen Zusammenhang bewertet und dabei auch viele spannende Menschen und Familien vorgestellt.
>>>>>>>>> Weiter >>>>>>>>>>
Das Buch von Bever macht deutlich: Der Ort im Herzen des Oberengadins ist ein (noch) verborgener Schatz mit einer spannenden Geschichte. Dank der vielen initiativen und mit Glück gesegneten Familien avancierte das kleine Bauernnest im 17. Jahrundert zu einem der reich-sten Orte in den damaligen Drei Bünden und im späteren Kanton Graubünden. Viele interessante Persönlichkeiten prägten das Dorf, so zum Beispiel die Märchenerzählerin Nann' Engel (1803-1873) oder der Botaniker und Alpinist Johann Luzius Krättli (1812-1903). Das in der Nähe von Bever gelegene Gasthaus Las Agnas war im 19. Jahrhundert der In-Treffpunkt im Oberengadin. Und im 20. Jahrundert machte Bever mit pionierhaften Umweltentscheiden in der ganzen Schweiz von sich reden.
Wer das Buch liest, kann In Bever auf Schritt und Tritt Einzigartiges und Authentisches finden. Etwa die Denkmäler der bäuerlichen Kulturlandschaft mit Wassergräben, Kornterrassen und historischen Feldwegen oder die vielen architektonischen Besonderheiten, die die Geschichten vom geschäftlichen Aufstieg der Reichen in Berlin, Venedig und Dresden erzählen. Doch Bever besitzt auch eine Architektur der reizvollen Gegensätze: In Cha d’mez und Chasuot dominieren die stattlichen Palazzi und prächtigen Bürgerhäuser, in Chasur, einst das Quartier der Armen und Ärmsten, die traditionellen Engadinerhäuser und archaischen Stallbauten.
|